Aufstieg nach 54:1-Erfolg
04.Juni 2008 Hendrik
Dass sich Spieler und Verwantwortliche schon mal vom Schiedsrichter verschaukelt fühlen ist in den Fußball-Ligen der Republik nichts besonderes. Wenn aber der Schiri nach einem Punktspiel klagt, er fühle sich von den Spielern "verarscht" - dann ist wohl was im Busch! So geschehen in der Kölner Kreisliga D. Dort lag der SV Rheinkassel-Langel II vor dem letzten Spieltag auf Platz 3, punktgleich mit dem Zweiten Germania Nippes , dessen Aufstieg (Platz 2 reicht zum Aufstieg) bei einer um 37 Toren besseren Tordifferenz ziemlich voraussehbar war, Nippes musste ja nur gewinnen. Das taten sie auch, und zwar gleich mit 10:0. Was die Spieler nicht wussten: zeitgleich siegte Rheinkassel beim DJK Löwe II mit 54:1 (13:0) - ein Schelm wer Böses dabei denkt! Was auch immer die Spieler des DJK Löwe geritten haben mag: sie können sich mit keinem Bein gegen die Niederlage gewehrt haben, sonst kommt solch ein Ergebnis wohl kaum zustande. Denselben Verdacht hegen die Verantwortlichen in Köln. Kreisspielausschuss-Vorsitzender Hermann-Josef Schmidt spricht von "unsittlichem Verhalten" und hat den Fall an die zuständige Spruchkammer des Fußballkreises Köln gegeben, Nippes hat eine Infoseite eingerichtet.
Ob den Rheinkasselern (Rheinkasselanern?) der Aufstiegssekt nachträglich im Hals stecken bleibt wird man abwarten müssen, aus neutraler Sicht bleibt festzuhalten: unsportliches Verhalten, aber eine schöne Geschichte ![]()
Artikel gespeichert unter: Amateurfußball, Sportliches
bisher 4 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. Easyfunk [welt-hertha-linke] | 04.Juni 2008 at 22:28
Ich kann die Aufregung auf der einen Seite verstehen, weil es ein klar sportwidriges Verhalten ist. Aber auf der anderen Seite ist es nun mal formal nicht vorgeschrieben, dass eine Mannschaft auflaufen muss um ein Spiel zu gewinnen, oder?
2. Hendrik | 05.Juni 2008 at 07:20
Ja, das ist nirgends festgeschrieben dass eine Mannschaft gewinnen oder sich wehren muss, wahrscheinlich weil das im Verständnis des Sports an sich so fest verankert ist. Wenn man aber einer Liga einen Wettbewerbsgedanken zugrunde legen will, dann ist es für die einzelnen Teams nicht nur wichtig, dass man selbst alles gibt sondern eben auch alle anderen Teams. In diesem Fall wollte Löwe wohl Germania Nippes eins auswischen, hier kennen wir die Vorgeschichte natürlich nicht. Wenn sich Löwe dann so abschießen lässt ist das halt Wettbewerbsverzerrung, und das ist ein böses Wort!
3. Bene | 09.Juni 2008 at 17:19
Wie geil, sowas hab ich auch noch nicht gehört, zumindest nicht in so einem großen (Tor-)umfang
In unserer Liga gab es mal einen ähnlichen Fall, dabei handelte es sich aber nur um ein 7:1
Immerhin, die Löwe hat einen Angriff gestartet 
4. Björn | 29.Juli 2008 at 08:57
So was hab ich noch nie gehört, das ist ja heftig
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